LISA WAGNER  



 

Lisa Wagners Bilder lassen sich als eine Suche begreifen, eine Suche nach den Grenzen der Darstellbarkeit. Mediale Inszenierungen der Idylle greift Wagner in ihren Bildern auf und verweist auf den Charakter des Scheins, der diesen Szenarios anhaftet. Glück beschreibt sie als „Fata-Morgana“, als Vorstellung, die das Begehren des Einzelnen gerade durch die Unerreichbarkeit ins unendliche potenziert. Glück entzieht sich jeder Form der Konsumierbarkeit und dient doch oft als beliebtes Mittel der Vermarktung.
Sie sammelt ihre Motive in diversen Magazinen und Broschüren und bedient sich so alltäglicher Inszenierungen des Glücks, um sich auf persönlicher Ebene dem abstrakten Begriff selbst zu nähern. In ihren Bildern bringt sie nicht nur das Scheitern der Ikonografie des Werbesystems für eine subjektive Definition von Idylle zum Ausdruck, sondern sucht gleichzeitig nach anderen Darstellungs- und Erscheinungsformen des Glücks. Durch die trübe Oberfläche und den matten Farbauftrag gelingt es Wagner, den illusionären Charakter des Themas zu visualisieren. Ähnlich einem Traum dämmern die Gegenstände und Figuren im Hintergrund, sind präsent und entziehen sich zu gleich der Betrachtung. Die einzelnen Motive tauchen, wie aus den Tiefen der Erinnerung auf, erwecken Sehnsüchte und verweisen auf zwischenmenschliche Grauzonen der Kommunikation.
Auffallend ist, dass Lisa Wagner immer wieder auf die Verwendung von Motiven aus der Natur zurückgreift. Obst, Gemüse, Tiere und Pflanzen werden in ihren Bildern zu Versatzstücken der Natur und verweisen so implizit auf die Differenz zwischen der konstruierten, künstlichen Oberfläche der gezeigten Szenarios und einer Art Naturverbundenheit, die als Schlüsselsymbol der eigenen Vorstellung von Idylle fungiert. Eben diese Symbole der Natur bilden die Epizentren der gesamten Komposition und Handlung. An ihnen haften alle Achsen des Begehrens, der Enttäuschung und der Hoffnung.

Katharina Zimmer